Düsseldorf. Unter der Motto „Frauen unter Druck, Männer am Drücker: Alles so wie immer?“ stand das Motto der ARD-Talkshow „Hart aber fair“ mit Frank Plasberg am 18.03.2019 – dem Equal Pay Day und warf dabei die Frage auf: „Weniger Gehalt, weniger Führungspositionen – dafür mehr Hausarbeit: Warum verlieren Frauen immer noch gegenüber Männern? Muss der Staat eingreifen: mit Quoten und Gesetzen? Oder reicht etwas weibliche Geduld, weil sich selbst Männer auf Dauer bewegen?“ 

Zum diesjährigen Equal Pay Day diskutierten diese Fragen neben der Schauspielerin und Moderatorin Collien Ulmen-Fernandes, dem Autor von „Wie tickt Deutschland?“, Stephan Grünewald, der früheren Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder, FAZ-Wirtschaftsredakteur Rainer Hank auch Henrike von Platen, einer der Initiatorinnen des Equal Pay Day und heutige Chefin des Fair Pay Innovation Lab in Berlin.

„Frauen können in Verhandlungen nicht agieren wie Männer, sonst gelten sie als zickig. Wenn sich Männer überschätzen, finden wir das hingegen toll.“

Henrike von Platen bei „Hart, aber fair“

Während die frühere CDU-Ministerin mit einigen Aussagen für Wirbel sorgte, sprang ihr der mehrfach der Journalist Hank bei. Gemeinsam war man der Auffassung, dass der sogenannte Gender Pay Gap in Höhe von 21 Prozent reine Polemik darstellen würde.  „Es wird so getan, als würden sich ein Junge und ein Mädchen bei Daimler am Band bewerben, und der Junge bekommt 21 Prozent mehr Lohn. Das ist aber falsch“ (Rainer Hank) und verwies auf das bereinigte Gender Pay Gap von „nur“ noch etwa 6 Prozent.

Wenn Menschen weniger verdienen würden als andere, hätten diese halt schlicht meistens die falsche Ausbildung gewählt: „Wer eine Ausbildung als Maschinenbauer hat, bekommt einen höheren Lohn, egal ob Mann oder Frau“. Dies rief den sichtbaren Unmut der Equal Pay-Expertin und FPI-Chefin von Platen hervor: „In den Chefetagen ist das Gehaltsgefälle teilweise so hoch, dass Männer dort das Doppelte bis Dreifache verdienen.“

Neben einer höheren Sensibilität für das Thema Lohngerechtigkeit forderte die Unternehmensberaterin unter anderem auch mehr Frauen in Führungspositionen.  „Frauen können in Verhandlungen nicht agieren wie Männer, sonst gelten sie als zickig. Wenn sich Männer überschätzen, finden wir das hingegen toll.“ Solche Rollenstereotype gelte es nachhaltig zu bekämpfen.