2 von 3 deutschen Managerinnen sind bereit, für den Karriereschritt umzuziehen  – fast jede 5. sogar ins nichteuropäische Ausland

Hamburg/Berlin. Fast zwei Drittel der deutschen Managerinnen ist bereit, für nächsten Job umzuziehen oder zu pendeln – zu diesem Resultat kommt eine Befragung der auf Frauen spezialisierten Personal- und Karriereberatung HUNTING/HER HR-Partners. Das Unternehmen wertete knapp 1.000 Profile von weiblichen Kandidaten aus dem Jahr 2018 aus, die sich bei dem Headhunter initiativ oder auf ausgeschriebene Vakanzen beworben hatten.

Die durchgängig weibliche Klientel des Frauen-Headhunters wurde dabei nach aktuellem Jahreseinkommen untergliedert:
– bis EUR 100 k
– bis EUR 200 k
– bis EUR 300 k
– EUR 300 bis 500 k

Fazit: Während bei den Frauen mit bis zu 100 k Jahreseinkommen noch der Wunsch nach einer wohnortnahen Beschäftigung mit 59 % überwiegt, kehrt bereits ein Blick auf die Zahlen der nächsten beiden Kategorien dieses Bild nahezu um.

Amel Lariani, Partnerin bei der HUNTING/HER Personalberatung in Trier/Saarbrücken.

Von den Karrierefrauen mit einem Einkommen zwischen 200 bis 300 k gaben nur noch 28 % an, wohnortgebunden zu sein; für die anderen 72 % käme ein Umzug für die Karriere hingegen in Frage.Dass die Top-Managerinnen unter den befragten Kandidatinnen mit 300 – 500 k Einkommen zu nahezu 85 % eine ausgeprägte Umzugsbereitschaft angeben, erstaunt dabei wenig. Dass jedoch hierarchieübergreifend fast zwei Drittel aller Kandidatinnen der Karriere zuliebe bereit wären umzuziehen, scheint beachtlich.​„Unsere Auswertung zeigt erneut, dass die aktuelle Generation Führungsfrauen deutlich flexibler ist, als ihr gelegentlich nachgesagt wird“, kommentiert Amel Lariani, Coach und Partnerin bei HUNTING/HER das Ergebnis der Studie.“

Als spezialisierte Personal- und Karriereberatung für Frauen sind unsere Vergleichsmöglichkeiten hier zwar eingeschränkt, dennoch behaupte ich, dass wir unter männlichen Führungskräften keine statistisch signifikanten Änderungen finden würden”, so die Personalberaterin.

Ähnlich äußerte sich auch die CEO und Gründerin des Fair Pay Innovation Labs, Henrike von Platen. Die Hunting/Her-Studie verdeutliche, wie wichtig es sei, nicht nur für mehr Transparenz zu sorgen, sondern auch unser Bild von Frauen in Führung zu  korrigieren. „Wenn wir die Gleichstellung von Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt endlich beschleunigen wollen, braucht es erstens mehr Transparenz und zweitens weniger Klischees“, so die Finanzexpertin, „die gestrigen Rollenbilder sind extrem wirkmächtig, Frauen wollen ja gar nicht, heißt es oft und werden gar nicht erst gefragt. Wichtig ist, dass jede für sich selbst entscheiden kann, wie und wo der nächste Karriereschritt stattfinden soll.“