Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , ,

Anja Görtz radioeins Frauenquote

Moderatorin Anja Görtz von radioeins (rbb)

Berlin/Potsdam. Während die politische Debatte um die Frauequote anhält, hat der Berliner Sender Radioeins (rbb) diese eingeführt: Für sieben Tage führt der Sender eine 100% – Frauenquote ein. Vom 4. bis zum 8. März 2013 stemmen alleine Frauen das Programm – vor ebenso wie hinter dem Mikrofon.  stehen ausschließlich die weiblichen Fachkräfte von Radioeins. So moderieren erstmalig zwei Frauen das Radioeins-Flaggschiff, den „Schönen Morgen“: Anja Goerz und Bettina Rust. Die tägliche Comedy kommt in dieser Woche von Kabarettistinnen wie Nessi Tausendschön und Angela-Merkel-Flüsterin Simone Solga. Auch die Kommentatoren sind Frauen wie beispielsweise die durch die „Brüderle-Debatte“ bekanntgewordene Journalistin Laura Himmelreich oder Ines Pohl von der TAZ. Für Diane Arapovic, eine der Redakteurinnen der Woche, eigentlich keine Frage: „Es ist möglich, denn mit einer Quote von 47 Prozent ist Radioeins ohnehin ein Sender mit hohem Frauenanteil, zumindest hinter den Mikrofonen. Die Herausforderung bestand vor allem darin, für alle männlich besetzten Programmrubriken ein weibliches Pendant zu finden.“ Der Frauenanteil bei Radioeins entspräche weitgehend jenem des Unternehmens rbb: Gut 49 Prozent der Beschäftigten seien Frauen.

„…und manN hört zu“

 
Moderatorin Anja Görtz von Radioeins (rbb)

Den aktuellen Debatten stellen sich in dieser Woche meinungsstarke Frauen aus Politik und Gesellschaft: #aufschrei-Initiatorin Anne Wiezorek diskutiert mit den Moderatorinnen über Sexismus, die Soziologin Jutta Allendinger verteidigt die Frauenquote und die ehemalige Familienministerin Renate Schmidt erläutert, warum sie diese für unsinnig hält.Also eine Woche ausschliesslich Frauen „on air“? Fast nur. Denn: Das Eröffnungs-Interview zur morgendlichen Primetime führten die Moderatorinnen Anja Goerz und Bettina Rust ausgerechnet mit „Frauen-Headhunter“ Christian Böhnke von der Personalberatung „Hunting Her“.

Der Einstieg klang ersteinmal vielversprechend: „Die Anzahl von Frauen in Führungspositionen – soll die nun per Gesetz festgelegt werden oder nicht? Braucht es die Debatte überhaupt? Und um welche Quote geht es eigentlich: in Chefetagen, in Aufsichtsräten, auf nationaler oder europäischer Ebene? Geht es um Verpflichtungen oder Absichtserklärungen? Oder was? Über derartiges Gerede ist dieser Mann längst hinaus: Christian M. Böhnke. Er redet nicht, er handelt: Seit 2007 betreibt er die Peronalberatung „Hunting Her“ – und bringt mittlerweile weltweit „Frauen in Führung“. Der Headhunter weiß also, wovon er spricht, wenn er von Frauen in Chefetagen spricht. Und das tut Christian Böhnke – jetzt live auf Radioeins…“

Tatsächlich blieb das Interview dann jedoch eher im Allgemeinen stecken, ohne dass der Interviewpartner wirklich Gelegenheit bekam, in dem kurzen Telefoninterview tatsächlich Klartext aus der Praxis „von Frauen in Chefetagen“ zu sprechen. Stattdessen kam beispielsweise die ernsthaft gemeinte Frage, warum nun ausgerechnet drei junge, attraktive Frauen als Illustrationsbilder die HUNTING HER Homepage zieren; und nicht auch über 50jährige Damen „mit Falten“…  Für das an eigentlich interessante Thema nun nicht wirklich von Belang. Weiterhin wurden die Antworten des Personalberater s einige Male einfach überflüssigerweise unterbrochen, bevor dieser seine Botschaft loswerden konnte.

Grundsätzlich jedoch mal ein interessanter Ansatz bei radioeins; solange dieser nicht allzu verbissen und einseitig umgesetzt wird in dieser Woche.