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Übt Kritik an Frauenquote nur für Aufsichtsräte – „Frauen-Headhunter“ Christian Böhnke

In einem heute erschienenem Interview mit der Tagezeitung DIE WELT äußert sich „Frauen-Headhunter“ Christian M. Böhnke (36) zur gestern erneut vertagten Entscheidung über eine Frauenquote für Aufsichtsräte.

Die Debatte um die Gesetzesinitiative der EU-Justizkommissarin Reding zur Einführung einer gesetzlichen Frauenquote gehe seiner Meinung nach am eigentlichen Thema Frauenförderung vorbei, da sich diese ohnehin lediglich um die Frage nach der Besetzung von Aufsichtsratsposten dreht. Deutsche ebenso wie europäische Unternehmen benötigten vermehrt Top-Frauen, jedoch in operativen Managementfunktionen und „nicht als ein Minderheitsanteil in den Aufsichtsräten“.

Er sei dabei keineswegs nur dafür, das Thema Frauenförderung alleine dem Markt zu überlassen, so der selbsterklärte „wichtigste Mann im Leben einer (Karriere-)Frau“. Allerdings müssten gesetzliche Vorgaben sinnvollerweise die individuell differierenden Voraussetzungen von Unternehmen berücksichtigen. So sei es für einen großen Medienkonzern um längen einfacher, Top-Bewerberinnen zu akquirieren, „als für ein mittelständisches Bauunternehmen“.

Überhaupt scheint der Personalberater das Thema Geschlechter- bzw. Frauenquote sehr differenziert zu sehen. Bereits zuvor hatte der Personalberater beispielhaft die Ziele der brachenspezifischen Initiative „ProQuote“ genannt: „Solche Forderungen aus der Praxis kann ich inhaltlich nachvollziehen, sowohl quantitativ als hierarchisch und erst Recht die Branche betreffend -ganz im Gegensatz zu den Vorschlägen aus dem Elfenbeinturm in Straßburg bzw. Brüssel“.

Zwar drohe eine gesetzliche Verpflichtung ohne ohne den entsprechenden Rückhalt in  den Unternehmen immer ein zweischneidiges Schwert zu sein, im Gegensatz zu den Forderungen der EU-Kommissarin für die Aufsichtsrat-Quote hätten die hierarchieübergreifende Besetzung von 30 % in der Medienbranche aber zumindest auch einen praktischen Mehrwert für eine relevante Zahl von Frauen. (gab)

Eine Diskussion zu Böhnkes These finden Sie auf der Facebook-Seite von HUNTING/HER HR-Partners.

Zum Artikel: http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article110183025/Headhunter-Praxisferne-Symbolpolitik.html#disqus_thread