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Die streitbare EU-Justizkommissarin Reding will nun offenbar ernst machen und zumindest zunächst für Aufsichtsratsposten eine verbindliche Quote an Frauen vorschreiben. Doch während die unermüdliche Luxemburgerin damit erneut vorlegt, stehen sich hierzulande Familienministerin und die Arbeitsministerin (trotz gleicher Parteizugehörigkeit!) offenbar weiterhin unversöhnlich gegenüber: Während die eine, Kristina Schöder eine einheitliche Frauenquote für Führungskräfte in Unternehmen vehement ablehnt, fordert die andere, Ursula von der Leyen ebenso hartnäckig eben genau diese.

Stattdessen kommt aus Brüssel neuer Druck in Gestalt der EU-Kommissarin Vivian Reding: Ihre immer wieder einmal angedrohte EU-weite Einführung der verbindlichen Quote scheint zumindest für börsennotierte Konzerne konkret zu werden. Gestern wurde bekannt, dass die Kommissarin den anderen Kommissionsressorts einen entsprechenden Entwurf zwecks Abstimmung zukommen ließ. Der Gesetzentwurf sei jedoch weniger scharf ausgefallen, als zunächst erwartet – und hat gerade dadurch auch Kritik seitens einiger weiblicher Europaabgeordneten einstecken müssen.

Dabei fordert der Reding-Entwurf immerhin, bis 2020 einen Frauenanteil in Höhe von 40 Prozent aller Sitze im jeweiligen Aufsichtsrat börsennotierter Unternehmen, was immerhin einer Steigerung um mehr als 2,5fache entsprechen würde. (gb‘)